Ob Sportwetten, Lotto, Rubbellose oder Casino-Spiele: Das Angebot an Glücksspielen in der Schweiz erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Online-Casinos erleben einen regelrechten Boom und verzeichnen eine wachsende Nachfrage. Genau aus diesem Grund steigt das mögliches Risiko, dass immer mehr Menschen und besonders die jüngere Generation in eine potenzielle Spielsucht geraten können. Wir haben alle relevanten Informationen zum Thema Spielsucht in der Schweiz zusammengetragen.

In unserem umfassenden Guide findest du nicht nur grundlegende Fakten über Spielsucht und deren Auswirkungen, sondern auch praktische Tipps und Ratschläge, wie du sie erkennen und bewältigen kannst. Zudem geben wir dir Einblicke in die verschiedenen Hilfsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten, die in der Schweiz verfügbar sind.

Was genau ist eine Spielsucht?

Spielsucht, auch bekannt als pathologisches Glücksspiel oder zwanghaftes Spielen, ist eine schwerwiegende psychische Störung, die durch ein übermächtiges Verlangen nach Glücksspielen gekennzeichnet ist, unabhängig von den nachteiligen Folgen, die es für das Leben der betroffenen Person haben kann.

Eine potenzielle Spielsucht kann dabei beim Gambling in verschiedenen Situationen des Glücksspiels wie Casinos, Spielautomaten, Lotterien, Sportwetten und Online-Glücksspiele auftreten.

Menschen mit einer Spielsucht verlieren oft die Kontrolle über ihr Glücksspielverhalten und setzen trotz der negativen Folgen wie finanziellen Problemen ihr Spiel fort. Das Verlangen nach Glücksspielen kann dabei so stark werden, dass es das alltägliche Leben dominiert und andere Verpflichtungen vernachlässigt werden.

Die Spielsucht wird deshalb von Fachleuten als eine Verhaltenssucht eingestuft, die ähnliche Merkmale wie andere Suchterkrankungen, die nicht an Substanzen, sondern an das zwanghafte Verhalten gebunden sind, wie etwa die Kaufsucht, aufweist. 

Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass nicht gleich jeder der sein Glück in Online-Casinos, Spielbanken oder beim Lotto herausfordert, zwangsläufig süchtig wird.

So entwickelt sich eine Spielsucht

Die Entwicklung einer Spielsucht durchläuft typischerweise drei Phasen:

1) Gewinnphase

In dieser Phase erlebt die Person oft anfängliche Gewinne oder positive Erfahrungen beim Glücksspiel. Diese Erfolge verstärken das Verlangen, weiterzuspielen, da sie mit einem intensiven Glücksgefühl, Nervenkitzel oder einem regelrechten Glücksrausch verbunden sind.

Die Gewinne können so dazu führen, dass die Person das Glücksspiel als eine lohnende und unterhaltsame Aktivität betrachtet, die auch finanzielle Belohnungen bietet.

2) Verlustphase

Nach der anfänglichen Phase der Gewinne treten Verluste auf oder die Gewinne fallen geringer aus. Die Person beginnt, mehr Zeit und Geld in das Glücksspiel zu investieren, um die Verluste auszugleichen oder erneut das Glücksgefühl zu erleben, das mit dem Gewinnen verbunden ist.

In dieser Phase wird das Glücksspiel zunehmend zu einem zentralen Bestandteil des Lebens der Person, wobei andere Verpflichtungen und Interessen vernachlässigt werden. Die Person wird möglicherweise beginnen, ihre Glücksspielaktivitäten vor anderen Menschen wie Familie und Freunden zu verbergen und sich in Lügen zu verstricken, nur um das eigene Verhalten zu rechtfertigen.

3) Verzweiflungsphase

In dieser fortgeschrittenen Phase hat das Glücksspiel einen obsessiven Charakter angenommen und dominiert das Leben der Person. Trotz der bereits bestehenden negativen Auswirkungen kann die Person das Glücksspiel nicht kontrollieren, geschweige denn aufgeben.

Auch wenn der Wunsch besteht, mit dem Glücksspiel aufzuhören, sind in den meisten Fällen der Spielsucht klassische Ausreden zu hören wie: «Noch ein grosser Gewinn und ich höre auf» oder «Noch ein letztes Spiel». In diesem Stadium mit der Spielsucht endgültig aufzuhören, fällt der betroffenen Person alleine und ohne Hilfe und Unterstützung schwer, was dazu führt, bereits beim Versuch bzw. der Umsetzung zu scheitern.

Die Verzweiflungsphase wird oft von einem tiefen Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Depression und Selbstzerstörung begleitet.

Die Ursachen und Risiken einer Spielsucht

Die Spielsucht ist eine langsam fortschreitende psychische Erkrankung, die durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden kann. Unter anderem können persönliche Probleme, beruflicher Stress, Langeweile oder finanzielle Motivationen der Auslöser sein, dass Menschen überhaupt erst mit dem Glücksspiel beginnen.

Folgende Gründe können als mögliche Ursache für eine Spielsucht herangezogen werden:

  • Instabile Persönlichkeit: Menschen, die sich oft unsicher fühlen oder Schwierigkeiten haben, emotionale Stabilität zu erreichen, können eher dazu neigen, süchtiges Verhalten zu entwickeln, einschliesslich Spielsucht.
  • Leicht beeinflussbarer Charakter: Personen, die sich stark von anderen Menschen beeinflussen lassen oder denen es schwerfällt, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten, können sich eher dem Glücksspiel zuwenden, insbesondere wenn sie sehen, dass es in ihrem sozialen Umfeld akzeptiert oder sogar gefördert wird.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl suchen oft nach Möglichkeiten, sich besser zu fühlen oder sich abzulenken. Das Glücksspiel kann für sie eine Möglichkeit sein, vorübergehend positive Gefühle zu erleben.
  • Schlechte Konfliktbewältigung: Personen, die es schwer haben, mit Problemen oder Stress umzugehen, können das Glücksspiel als Fluchtmöglichkeit nutzen, um sich vor ihren Problemen zu verstecken oder sich vorübergehend zu beruhigen.
  • Erhöhte Impulsivität: Menschen, die impulsiv handeln und Schwierigkeiten haben, ihre Handlungen zu kontrollieren, können anfälliger für unüberlegte Entscheidungen beim Glücksspiel sein, wie zum Beispiel zu viel Geld auf einmal zu setzen.
  • Narzisstische Persönlichkeitszüge: Personen mit narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen können das Bedürfnis haben, ihren Status und ihre Überlegenheit durch riskante Aktivitäten wie Glücksspiele zu demonstrieren.
  • Vergleichsweise grosse Risikobereitschaft: Menschen, die sich generell wohl fühlen oder sogar Spass daran haben, Risiken einzugehen, können eher dazu neigen, riskante Verhaltensweisen wie Glücksspiele zu wählen, da sie die Aufregung suchen.
  • Bereits bestehende Suchtproblematiken: Personen, die bereits mit anderen Suchtproblemen wie Alkohol- oder Drogenabhängigkeit zu kämpfen haben, können anfälliger für weitere Suchtformen wie Glücksspielsucht sein, da sich süchtiges Verhalten oft gegenseitig verstärken kann.
  • Neigung zu Depressionen: Menschen, die anfällig für Depressionen sind, können das Glücksspiel als Möglichkeit nutzen, vorübergehend positive Emotionen zu erleben oder sich von ihrer depressiven Stimmung abzulenken. Das Glücksspiel soll dabei helfen, das eigene persönliche Glück wiederzufinden und wird deshalb auch häufig als die Lösung sämtlicher Probleme angesehen.

Einfluss und Auswirkungen von Online-Glücksspielen in der Schweiz

In der Schweiz wird das Angebot von Glücksspielen wie Sportwetten, Lotto oder dem Zocken in Online-Casinos immer grösser, wodurch auch die Besorgnis über ein mögliches Ausmass von problematischem Spielverhalten und einer potenziellen Spielsucht deutlich zunimmt. Gerade die ständige Verfügbarkeit von Glücksspielen über das Internet macht es einfacher als je zuvor, in eine Spielsucht abzurutschen.

Dabei verursacht eine Spielsucht nicht nur negative Auswirkungen bei den Betroffenen selbst, sondern bedroht auch ihr gesamtes soziales Umfeld. Besonders besorgniserregend ist somit der starke Anstieg des digitalen Glücksspielmarktes, der diese Entwicklung verstärkt.

Diese Risikogruppen sind besonders betroffen

Zwar richtet sich die Glücksspielindustrie gezielt an Menschen aller Altersgruppen, was die Gefahr für die gesamte Gesellschaft erhöht, jedoch besteht eine zusätzliche Gefahr für bestimmte Risikogruppen, darunter junge Männer bis 25 Jahre, Menschen mit bereits bestehenden psychischen Gesundheitsproblemen sowie Minderjährige.

Besonders die Anonymität des Online-Glücksspiels und die Möglichkeit, zahlreiche elektronische Zahlungsmethoden zu verwenden, erschweren die Kontrolle des Spielverhaltens und die Durchsetzung von Altersbeschränkungen.

Es ist daher dringend geboten, gemeinsam präventive Massnahmen gegen Spielsucht in allen Kantonen der Schweiz zu intensivieren.

So kann man sich für Online-Glücksspiele in der Schweiz sperren lassen

In der Schweiz gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich für Glücksspiele wie landbasierte Spielbanken, Online-Casinos, Wettanbieter oder Lotterien zu sperren. Möglicherweise kann durch eine solche Spielsperre ein problematisches Spielverhalten und weitere negative Auswirkungen der betroffenen Person verhindert werden.

Für einen Spielerschutz in der Schweiz bieten sich folgende Optionen an:

1) Selbstsperre bei Anbietern von Glücksspiel beantragen

Die meisten Anbieter von Glücksspielen, wie Online-Casinos, landbasierte Spielbanken, Wettanbieter oder Lotterien bieten ihren Spielern die Möglichkeit, eine Spielsperre zu beantragen. Die Selbstsperre kann für einen bestimmten Zeitraum oder dauerhaft festgelegt werden und verhindert den Zugang zu den jeweiligen Glücksspielangeboten.

2) Sperre durch Glücksspielanbieter

Glücksspielanbieter können Spieler, bei denen Anzeichen für Spielsucht vorliegen, eigenständig sperren. Gemäss Art. 80 des Bundesgesetzes über Glücksspiele (BGS) sind Anbieter von Glücksspiel wie Online-Casinos oder landbasierte Spielbanken dazu verpflichtet, Personen vom Spielbetrieb auszuschliessen, von denen sie wissen oder vermuten, dass sie:

  1. überschuldet sind und ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen,
  2. hohe Einsätze im Vergleich zu ihrem Einkommen und Vermögen tätigen oder
  3. bereits an einer Spielsucht leiden.

Diese Massnahme erfolgt auch ohne Zustimmung des Spielers und dient dazu, weitere finanzielle sowie emotionale Schäden zu verhindern.

3) Selbstsperre bei Zahlungsdienstleistern vornehmen

Einige Zahlungsdienstleister wie TWINT ermöglichen es ihren Kunden, sich selbst für Glücksspiel-Transaktionen zu sperren. Dies kann helfen, finanzielle Verluste durch eine mögliche Glücksspielsucht zu begrenzen.

4) Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen

In der Schweiz gibt es verschiedene Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, die Unterstützung für Menschen mit einer Spielsucht anbieten. Diese können dabei helfen, sich für jegliche Art von Glücksspielen sperren zu lassen und bieten zusätzlich Unterstützung bei der Bewältigung der Spielsucht.

5) Familien- und Freundeskreis

Besonders die Familie und Freunde können einem Spielsüchtigen dabei helfen, sich für jede Form von Glücksspiel zu sperren und benötigte Unterstützung und Ermutigung bieten, um professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Anzahl der Selbstsperren in der Schweiz nimmt zu

Im Verlauf des Jahres 2022 verzeichnete die Schweiz einen bedeutenden Anstieg bei den Spielersperren, wobei allein zum Jahresende insgesamt etwa 80.000 Menschen von Glücksspielen ausgeschlossen wurden. Allerdings gibt es bei diesem Wert keine genaue Unterteilung zwischen Selbst- und Fremdsperren, da diese Daten nicht von der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) veröffentlicht wurden.

Besonders auffällig ist jedoch zum Beispiel die Diskrepanz bei Swisslos, einem staatlichen Lotterieanbieter. Während nur etwa 40 Spieler aktiv vom Glücksspiel ausgeschlossen wurden, beantragten ca. 3000 Spieler eine Selbstsperre.

Diese Zahlen werfen Fragen zur Wirksamkeit und Verlässlichkeit der Fremdsperren im Vergleich zu den Selbstsperren auf, die von den Spielern selbst gewählt werden.

Gemeinsames Präventionsprogramm gegen Spielsucht der Kantone

Das Präventionsprogramm richtet sich mit einer Website, Kurzfilmen, Flyern und einer 24/7-Helpline an potenzielle Spielsüchtige und ihre Angehörigen in der Schweiz und Liechtenstein, die mehr Informationen und Unterstützung benötigen. Zudem bietet das Programm auch Schulungen, Kampagnen und Materialien zur Sensibilisierung und Prävention von Fachkräften an.

Die Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Interessengruppen und Forschungsprojekten ergänzen das Angebot.

Weitere Informationen gibt es auf www.gambling-check.ch und www.suchtschweiz.ch.

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